4 Ländertour

VIERLÄNDERTOUR 03. BIS 06. JUNI 2010 
Nur Regen im Mai 2010. Eigentlich kein einzig schönes Wochenende zum Motorradfahren. Die Entzugserscheinungen waren schon groß und eigentlich war für das verlängerte Wochenende ein Sightseeing-Trip ins Berchtesgadener Land geplant. Der Wetterbericht verhieß für die nächsten 2 Tage nichts Gutes und so wurde kurzfristig umgeplant. Also auf nach Italien. Die neuen Reifen waren aufgezogen und mussten eingefahren werden.

Die Tour

 


Tag 1 - 03.Juni 2010
Am Donnertag um 08:06:37 Uhr ging´s los. Die Strecke führte über die Südautobahn bis nach Graz, weiter über die Soboth. Auf der Soboth hing eine  dunkle Gewitterwolke die „durchfahren“ werden musste. Aber da bekanntlich Regen nach unten fällt wurden wir nicht nass, sondern es hatte nur eine relative Luftfeuchtigkeit von 100% und wir blieben trocken. Der weitere Weg führte nach Eisenkappel und über den Seebergsattel nach Slowenien. Gewitterwolken auf der Soboth Reifen eingefahren, los geht´s   Die Himmelsrichtung „West“ wurde beibehalten und unsere Route führte uns vorbei am See in Bled und in einer Schleife zum Bohinjsko Jezero (Wocheinersee) dem größten See Sloweniens.  Die See´s in Bled und Bohinjsko Jezero. Die Reise führte uns weiter über Tolmin nach Breginj, eine kleine Ortschaft direkt an der italienischen Grenze. Über eine Straße, an der scheinbar schon 2 Jahre niemand mehr gefahren war, überquerten wir die Grenze nach Italien und landeten in Platischis. Ein kleiner unscheinbarer Grenzweg von Slowenien nach Italien. Nach über 600km Fahrt wollten wir in der Gegend von Tricesimo übernachten. Leider war  hier ad hoc kein Quartier zu finden und so führte uns das Navigationssystem nach Udine. Zwar schon ziemlich weit im Süden gelegen, aber lange wollten wir nicht mit suchen verbringen. Das Hotel „Suite Inn“ in Udine war so unsere Herberge für die erste Nacht.

"San Boldo"

Tag 2 - 04.Juni 2010
Am Freitag nach einem ausgiebigen und sehr bekömmlichen Frühstück wurden um 08:30 Uhr die 2 Zylinder der TDM angelassen und wieder Richtung Westen losgefahren. Da es uns am Vortag etwas nach Süden verschlagen hatte, wussten wir rasch wieder Richtung Berge. Das nächste Ziel war Maniago, dort am Fuße der Bergkette immer wieder durch Bergdörfer entlang zum Lago di Santa Maria. Denn unser Ziel war der Passo San Boldo. Der Pass ist zwar nur 706m hoch, jedoch die Südseite des Passes bestehend aus einer Galerie von mehreren übereinander liegenden Tunnels und ist dadurch einzigartig. San Boldo mit seinen Tunnels Um in Richtung Monte Grappa zu gelangen (unser nächstes Ziel) durchquerten wir das Tal entlang des Flusses Piave mit seinem breiten, mit Geröll gefüllten Bett. In Borso del Grappa wechselte sich unsere Richtung, nämlich nach Norden. Über den Campo Croce, mit perfekter Thermik für Paragleiter und Drachenflieger (der ganze Himmel war voller solcher Himmelsstürmer) erklommen wir den Berg. Da wir eine Abzweigung verpassten und wieder abwärts Richtung Alano di Piave fuhren erkannten wir erst die ganze Schönheit dieses Berges. Nachdem wir den ganzen Berg besichtigt hatten, schlugen wir wieder die Richtung nach Seren del Grappa ein. Vorbei am Lago di Corto entlang der Route Enego, Stoner, Foza , Gallio , (alles wunderschöne Bergdörfer) mit typischen Steinmauern und italienischen Dachziegeln. „I love the Italien Style“. In Asiago hielten wir uns Richtung Norden entlang der SP349 bis Albergo Monte Rovere. Dort darf man die Abzweigung zur Kaiserjägerstrasse nicht verpassen. Die Kaiserjägerstraße wurde im 1. Weltkrieg von österreichischen Kaiserjägern gebaut. Sie versorgte den damaligen Frontabschnitt auf der Hochebene von Lavarone. Am Fuße des Berges angelangt schlugen wir ein weiteres mal unsere Zelte auf. Am Lago die Caldonazzo im Biker-Hotel, wo wir bereits vor 2 Jahren nächtigten, ruhten wir uns für den nächsten Tag aus.

"Timmelsjoch"


"Rossfeldstrasse"

Tag 3 - 05.Juni 2010
Am Samstag begann die Tour um 09:15 Uhr. Nachdem wir uns mit Sprit und Verpflegung eingedeckt hatten, fuhren wir die Nordseite des Lago di  Caldonazzo die Strasse SP71 entlang. Eine gut ausgebaute Strecke mit langgezogenen, zügig durchzufahrenden Kurven. In dem Tal mit Wald bedeckten Berge wirken die Dörfer wie hinein gemalt. Über den „Passo Lavace“. Dann tangierten wir Bozen, durch viele Tunnels führte unser Weg zum Penserjoch. Das Penserjoch bezwungen gleich wieder nach Westen über den Jaufenpass, denn unsere Route führte uns zum Timmelsjoch. Das Timmelsjoch ist am Wochenende eigentlich uninteressant zu fahren, da anscheinend alle dort herumkurven. Allerdings durch den vielen, und bis in vor kurzen anhaltenden Schneefall  in den Bergen erhofften wir uns eine schöne Winterlandschaft im Frühsommer. Und wir wurden nicht enttäuscht. Vorbei an 4-5 Meter hohen Schneewänden , die Berggipfel mit Schnee bedeckt bei herrlichsten wolkenfreiem Himmel mit Sonnenschein. Eine Traumlandschaft die zum verweilen einlädt. Doch wir mussten weiter, denn wir hatten noch weitere Ziele. Der Fernpass am Wochenende ist schlichtweg ein Graus, sämtliche Touristen und Sonntagsfahrer tummeln sich hier. Also rasch durch den Stau über den Fernpass nach Garmisch Partenkirchen, zum Walchensee. An der Südseite entlang des Walchensee´s (über die mautpflichtige Forststraße), durch Bad Tölz, bis an die Nordseite des Tegernsee, wo wir im „Feichtner Hof“ das letzte mal übernachteten. 06.Juni 2010 08:15 Uhr – Start in den neuen Tag mit nächstem Endziel „Wien“. Herrliches Wetter bei unserer Fahrt entlang des Schliersee´s, nach Bayrischzell über die deutsche Alpenstraße, über die Grenze nach Österreich. Am Walchsee entlang wollten wir wieder über Reit im Winkl nach Deutschland, was uns eine Straßensperre leider verwehrte. Also wieder retour und den Umweg über Kössen und Unterwössen nach Reit im Winkl. (wie sich später herausstellte war die Straße nach Unwettern weggeschwemmt worden, so war die Entscheidung die ersten 2 Tage in Italien zu verbringen goldrichtig) Weiter auf der deutschen Alpenstraße über den Hintersee zum Königssee. An einem Sonntag extrem viele Touristen am See, und es ist mit langen Wartezeiten zu rechnen um eine Bootsfahrt zum Obersee zu ergattern. Dafür wollten wir uns keine Zeit nehmen (dauer ca. 3 Std mit Bootsfahrt und Spaziergang zum Obersee)  denn unser Motto war ja „Motorradfahren“ . Nächstes Ziel: Die Rossfeldstraße. Gebührenpflichtig aber wunderschön und mit einer max. Steigung von 26% Steigung eine Herausforderung für PKW´s. Am höchsten Punkt angelangt hat man einen herrlichen Blick nach Österreich, ins Salzkammergut, das Tennengebirge und auf das Dachsteingebirge. Auch das Kehlsteinhaus ist hier gut zu erkennen.  Es war bereits Mittag an unserem letzten Tag der Reise und so brachen wir Richtung Hallein auf. Über den Paß Gschütt nach Hallstatt. Dann nach Bad Mitterndorf und Tauplitz nach Liezen. Hier noch schnell eine Kleinigkeit essen und bei einem kühlen Getränk Kräfte sammeln (mittlerweile hat es 32° Grad bei Sonnenschein) Um den Sonntagsverkehr auszuweichen, und das mühsame hinter den PKW´s hinterherfahren auf den Bundesstraßen zu vermeiden entschlossen wir uns das letzte Stück unserer Reise dann über die öde zu fahrende Autobahn bis nach Leoben über den Semmering nach Hause zu cruisen. Zusammenfassend kann man sagen: In 4 Tage 4 Länder bereist, mit einer Vielfalt an landschaftlich bezaubernden Genüssen, die einem in den Bann ziehen können und jederzeit wieder bereist werden wollen. Eines ist sicher : Wir kommen sicher wieder


"Hallstatt"